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Der Kreuzknoten

Der Kreuzknoten ist ein an sich einfacher Knoten, der es aber in sich hat. Man kann ihn nämlich auf zweierlei Arten falsch und nur auf eine Art richtig machen.

Der Kreuzknoten (Bild: Sawims, PD)

Mit dem Kreuzknoten muss sich jeder abplagen, der einen nassen Führerschein erwerben will, denn er gehört zum Prüfungsstoff in der Knotenkunde. Im Grunde ist er ganz einfach, man macht einfach zwei Überhandknoten hintereinander. Soweit die Theorie - aber ab hier beginnt auch schon der Ärger mit der Praxis: Zumindest am Anfang ist man sich nie sicher, in welche Richtung man den zweiten Überhandknoten schlagen muss.

Macht man den zweiten Überhandknoten verkehrt herum, bekommt man die erste falsche Version des Kreuzknotens, den Senioren- und Seniorinnenknoten. Früher hieß er, entschuldigen Sie gegebenenfalls bitte den heute, so vermute ich, politisch unkorrekten Ausdruck, „Altweiberknoten“. Aber das darf man sicherlich nicht mehr sagen, denn man diskriminiert damit mit ja Menschen, welche fortgeschrittenen Lebensalter und/oder weiblichen Geschlechtes sind.

Bei dieser fehlerhaften Art, diesen Knoten zu machen, kommen die beiden losen Parten nicht korrekt nebeneinander aus der zugehörigen Bucht hervor. Diese Art bekommt man nicht mehr auf, wenn einmal Kraft darauf gestanden hat

Um nun dies zu vermeiden, verfallen manche Unglücksraben darauf, den Kreuzknoten zu stecken anstatt ihn zu schlagen. Das kann gut gehen, tut es aber mit geschätzten 50 % Wahrscheinlichkeit nicht. Es kann dabei nämlich passieren, dass die  beiden festen und die beiden losen Parten nicht jeweils auf der gleichen Seite liegen. Diese Variante heißt Rauschknoten und geht besonders gut auf – vor allem dann, wenn man das nicht möchte. Deswegen sehen Prüfer bei der Führerscheinprüfung diese Methode überhaupt nicht gerne.

Der Kreuzknoten hat noch einen weiteren Namen: Weberknoten. Wenn man das weiß, wundert man sich auch nicht mehr, warum Kreuzknoten nicht besonders gut aufgehen, ganz besonders dann nicht wenn sie nass sind und/oder Kraft darauf gestanden hat. Schließlich muss ein Weber zwei Garnenden, die er auf diese Weise verbunden hat auch nicht mehr auseinander knüseln.

Es gibt aber einen alten Seemannstrick, ein probates Mittel, einen Kreuzknoten, der nicht mehr aufgehen will, doch auf zu bekommen: Man lässt ihn „kentern“ wie der Fachausdruck dafür heißt. Dazu nimm man eine der festen Parten und die zugehörige lose Part und zieht sie kräftig auseinander. Damit das klappt, sollte man die losen Parten eines Kreuzknoten immer lang genug machen.

Volker Wollny

 
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