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Die Tücken der starren Welle

(wy) - Moderne Motorbootfahrer sind, was den Antrieb anbelangt, verwöhnt: Heutzutage ist bei Sportbooten der Z-Antrieb Standard, welcher die Manövrierfähigkeit gegenüber der starren Welle deutlich verbessert. Doch auch mit Schiffen, die eine starre Welle besitzen, sollte man zurecht kommen.

Segler mit Hilfsmaschine, vor allem ehemalige Arbeitsschiffe, sind praktisch immer mit einer starren Welle ausgerüstet (Foto: Lapplaender Lizensiert nach CC-BY-SA)

Vor allem müssen sich Segler mit der starren Welle auseinandersetzen, da sie bei Segelbooten mit eingebauten Hilfsmotor das übliche ist. Da sich ein Außenborder, wenn man mit seiner Pinne steuert, praktisch so verhält wie ein Z-Antrieb, muss sich vor allem derjenige um gewöhnen, der von einem kleineren Segelboot mit einem Außenborder als Flautenschieber auf ein größeres umsteigt, welches über eine Einbaumaschine verfügt. 

Ruder und Schraube 
Die starre Welle ist immer im Zusammenhang mit dem Ruderblatt zu sehen. Beim Segeln wirkt das Ruderblatt nur auf die Strömung, die durch die Fahrt des Schiffes durch Wasser entsteht. Beim Motoren jedoch lenkt es den Schraubenstrom, zumindest bei Vorwärtsfahrt. Daher werden Ruder und Schraube wenn es irgend geht so angeordnet, dass das Ruder im Schraubenstrom liegt.

Legt man das Ruder während die Schraube vorwärts läuft, wird der Schraubenstrom in die entsprechende Richtung gelenkt. In der Praxis bedeutet das, dass das Ruder stärker wirkt und im Prinzip das Schiff auch ohne Fahrt durch Wasser drehen kann. Die Richtwirkung auf den Schraubenstrom ist zwar – vor allem bei Rückwärtsfahrt – lange nicht so stark wie bei einem Z-Antrieb, aber dennoch vorhanden. Daher kann man sie auch nutzen, um einem Schiff, welches keine Fahrt durch Wasser macht, durch kurzes Einkuppeln bei in die entsprechende Richtung gelegtem Ruder und einen kurzen Gasstoß einen Drehimpuls geben. Umgekehrt kann man auf diese Art und Weise auch einer unerwünschte Drehbewegung entgegenwirken. Das Wissen um diesen Umstand kann in manchen Situationen recht hilfreich sein.

Der Radeffekt
Allerdings wird man, wenn man mit dieser Technik experimentiert, feststellen, dass das Drehen des Schiffes auf diese Art und Weise immer in eine Richtung besser funktioniert als die andere. Dies liegt an der so genannten Radwirkung der Schraube. Sie kann sogar bewirken, dass das eben beschriebene Drehen des Schiffes ohne Fahrt durchs Wasser nur in eine Richtung funktioniert. Daher sollte man beim Umgang mit einem Schiff mit starrer Welle stets wissen, ob es eine links- oder eine rechtsgängige Schraube hat.

Die Radwirkung entsteht durch die Drehung der Schraube. Eigentlich sollte man meinen, dass sich die in tangentialer Richtung wirkenden Umfangskräfte an der sich drehenden Schraube aufheben. In der Realität ist dies jedoch nicht der Fall. Tatsächlich wirken sich diese Kräfte an der Unterseite der Schraube stärker aus als an der Oberseite. Um zu wissen wie, muss man sich lediglich vorstellen, dass die Schraube ein Rat wäre, welches auf dem Gewässergrund abrollt. Dann kann man sich leicht vorstellen, dass eine sich rechts herum, also im Uhrzeigersinn drehende Schraube das Heck nach Steuerbord versetzt und eine sich linksdrehende nach Backbord.

Der Radeffekt der Schraube wirkt wirkt sich also immer bei vorwärts laufender Schraube in die eine und bei rückwärtslaufender Schraube in die andere Richtung aus. Welche Richtung das jeweils ist, hängt davon ab ob das Schiff eine links- oder rechtsgängige Schraube besitzt. Eine rechtsgängige Schraube versetzt das Heck bei Vorwärtsfahrt, lässt das Schiff also in Backbordkurven übersteuern. Bei einer linksgängigen Schraube ist es umgekehrt

 
admg   

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