Abgesagt: Sommer auf See – jetzt fehlen die Gelder für das Schiff

Der Verein der Schiffergilde Bremerhaven hofft, dass er noch genug Einnahmen hat, um die alten Schiffe weiterhin gut pflegen zu können. Bild: Toni
article inline
 
 
 

Toni, 80 Jahre, aus Bremerhaven
„Wir haben es uns als Schiffergilde Bremerhaven zur Aufgabe gemacht alte Schiffe zu restaurieren, wieder in Fahrt zu bringen und letztlich auch damit die Küste zu erfreuen. Das ist jetzt durch die ganze Corona-Angelegenheit in Frage gestellt: Wir dürfen in unserer gläsernen Werft nicht mehr arbeiten. Das bedeutet, die Werft wurde für Vereinsarbeit gesperrt. Damit ruht unsere Winter- und Frühjahrsinstandsetzung unseres Vereinsschiffes ‚Astarte‘.

Jeder kann sich vorstellen, dass ein altes Schiff aus Holz sehr sehr pflegebedürftig ist. Deshalb brauchen Schiffe wie die ‚Astarte‘ permanente Pflege. Das machen wir hier im Verein der Schiffergilde Bremerhaven.

Wie es jetzt aussieht sind erste Lockerungen in all diesen Anordnungen zu erwarten. Da warten wir drauf. Insbesondere wollen wir die Restarbeiten an unserem Vereinsschiff fortsetzen können. Wir warten auch darauf, dass irgendwann eine Lockerung dahingehend eintritt, dass wir das Schiff wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können. Sprich: Mit Gästen Tagesfahrten unternehmen. Dass wir die großen Fahrten im Sommer nicht unternehmen können, das hat sich schon herumgesprochen. Unter anderem war das Schiff fest eingeplant für die Kieler Woche oder auch für den Hamburger Hafengeburtstag im Mai. Oder auch bei der Sail Bremerhaven. Das sind alles Veranstaltungen, die nicht mehr stattfinden. Auch Törns nach Helgoland werden bis auf weiteres nicht mehr stattfinden. Resultat: Die Einnahmen fehlen, die das Schiff dringend benötigt, um nach wie vor fit zu bleiben.

Das geht vielen Traditionsschiffen so, es wird viele geben, die diese Zeit ohne Einnahmen nicht überleben werden. Wir haben schonmal eine finanzielle Durststrecke überstehen müssen. Die haben wir ganz gut gemeistert. Die Vereinsmitglieder, insbesondere auch die Stammbesetzung der ‚Astarte‘, haben in die eigene Tasche gegriffen und durch eigene Spenden das Schiff am Leben gehalten.

Im Moment haben wir die Befürchtung nicht, aber im nächsten Jahr wäre ein Schiffs-Tüv für die ‚Astarte‘ fällig und der kostet sehr viel Geld. Das Geld, das wir diesen Sommer eingenommen hätten, fehlt uns dann. Jetzt müssen wir mal gucken, wie wir das wieder reinkriegen. Ob wir da wieder in die eigene Tasche greifen müssen, oder ob wir da den einen oder anderen Sponsoren bekommen können. Das Schiff ist schließlich 117 Jahre alt und wir hoffen sehr, dass es auch 120 und 125 Jahre alt wird.“