Die Sea Level CF8 ist ein schwimmendes Autohaus

Bach, Wasserfall, Pool – und ein gigantischer verglaster Auto-Showroom: Das alles und noch viel mehr gibt es auf der Yacht CF8. Nette Idee, oder?
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Bach, Wasserfall, Pool – und ein gigantischer verglaster Auto-Showroom: Das alles und noch viel mehr gibt es auf der Yacht CF8. Nette Idee, oder?

Da hat man es irgendwie geschafft, seinen Berufswunsch „Oligarch“ umzusetzen und plötzlich ist die bange Frage da: Wohin mit dem ganzen Geld? Und wie den ganzen Zaster vor den gierigen Steuereintreibern schützen, die einem nur alles wieder wegnehmen möchten? Ein mit Internet versorgter Bunker gehört wohl zu den unattraktivsten Lösungen. Auf der Sonnenseite der Optionen tuckert jetzt die Idee einer Yacht, die alle Bedürfnisse von Menschen mit überdurchschnittlich hohen Barreserven befriedigt: die 80 Meter lange CF8 von Sea Level Yacht Design aus Amsterdam. Bisher ist der schwimmende Auto-Showroom-Urlaubs-Club nur eine Idee.

Autoausstellung im Heck

Das pummelige Heck der CF8 kommt nicht von ungefähr: Auf 1.100 Quadratmetern hinter vor Wind und Salzwasser schützendem Glas warten dort die Autos des Yacht-Eigners darauf, bei einem der seltenen Landgänge mal die Räder drehen zu dürfen. Dafür gibt es eine elegant hydraulisch ausfahrende Plattform, die die Autos aus der ersten Etage des schwimmenden Autohauses abholt.

Umfassende Mobilitätslösungen

Standesgemäße Mobilität ist auf der CF8 auch sonst umfassend verfügbar: Ganz vorn gibt es einen Helikopter-Landeplatz – der ist eher für den eigenen Hubschrauber als für den von Gästen gedacht. Außerdem gibt es eine Garage für ein kleines U-Boot – Sea Level schlägt hier ein Modell des kalifornischen U-Boot-Spezialisten DeepFlight Dragon vor. Billiges Otto-Normalverbraucher-Spielzeug wie Jetskis gehören zu den Selbstverständlichkeiten – aber ein Schnittbild der Yacht verrät: Im Keller des Hecks schlummert auch noch ein Powerboot. Damit ist der Weg in den nahegelegenen Hafen schnell erledigt, wenn mal der Champagner zur Neige geht – auch wenn im ansonsten gut sortierten Hafenshop die 30-Liter-Melchisedech-Pulle angeblich gerade mal wieder aus ist.

Gelungene Bach-Pool-Tanz-Kombination

Die CF8 hat auch noch ein Sonnendeck und ein darunter liegendes Pool-Deck. Ein kleiner Bach zieht sich über zwei Terrassen beinahe das gesamte Oberdeck entlang, um dann durch ein Loch in den viele Meter tiefer im ersten Stock gelegenen Pool zu stürzen – das macht vielleicht ein hübscher Ball mit, ein kleines ferngesteuertes Modellboot könnte dort Schiffbruch erleiden. Aber: Das Wasserfall-Loch ist natürlich verschließbar. Und der Pool lässt sich auf Knopfdruck zu einer Tanzfläche verwandeln, was auch gut vor Einsprung-Versuchen von Moby Dick und anderen vom Chlorwasser angelockten Konsorten schützen dürfte.

Grundausstattung: vorhanden

Der Rest der Ausstattung liest sich für einen milliardenschweren Reisenden recht banal: Acht VIP-Kabinen für zwölf Gäste, eine Eigner-Wohnung mit einem 250-Quadratmeter-Whirlpool, eine Sauna und ein Massagesalon gehören zum üblichen Ausstattungs-Geplänkel, das der Auftraggeber bei der Bestellung nicht extra anhaken muss.

Die CF8 soll bis zu 18 Knoten (33 km/h) schnell sein und mit einer Tankfüllung 5.000 Seemeilen (9.260 Kilometer) weit kommen. Als Preis stehen entmutigend geringe 300 Millionen Dollar (aktuell umgerechnet zirka 277 Millionen Euro) im Raum – zum Glück ohne jegliche Ausstattung, die das Basisangebot kostenmäßig mindestens verdoppeln sollte.

Fazit

Sea Level wollte es noch mehr krachen lassen, als es in der Realität schon erschreckend möglich ist: Die CF8 sprengt als schwimmender Auto- und Pool-Palast bisherige Rahmen für private Yachten. Und: Wenn das Boot technisch so umsetzbar ist, kauft es auch einer – bestimmt.