Coronavirus auf der Kreuzfahrt: Wie läuft die Quarantäne auf einem Schiff?

Das Schiff "Diamond Princess" der Reederei Princess Cruises liegt im japanischen Hafen von Yokohama vor Anker.
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Es ist für manchen Passagier ein echtes Horrorszenario: Mehrere Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff tragen das Coronavirus in sich. Ein ganzes Schiff muss unter Quarantäne gestellt werden. Wie läuft so was ab? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Kreuzfahrtschiffe sind betroffen?

Das Schiff „Diamond Princess“ der Reederei Princess Cruises liegt im japanischen Hafen von Yokohama vor Anker. Auslöser für die große Quarantäne-Aktion war ein 80-jähriger Mann aus Hongkong, bei dem am Samstag das Virus entdeckt worden war. Er war am 20. Januar in Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord gegangen. Weil er Kontakt mit anderen Passagieren hatte, musste das Schiff umgehend unter Quarantäne gestellt werden. So sollten weitere Ansteckungen an Land unterbunden werden.

Auch in Hongkong testen die Gesundheitsbehörden 1800 Menschen, die zuvor auf dem Kreuzfahrtschiff „World Dream“ waren. 30 Angehörige der Crew hätten über Fieber und andere Symptome geklagt, teilen die Hongkonger Behörden mit. Niemand dürfe demnach ohne Erlaubnis von Bord gehen. 90 Prozent der Passagiere seien Bürger der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong. Vom chinesischen Festland stamme keiner der Reisenden. Allerdings hielten sich vom 19. bis 24. Januar drei Festlands-Chinesen auf dem Schiff auf, bei denen das Virus festgestellt wurde.

Wie viele Menschen sind auf dem Schiff „Diamond Princess“ infiziert?

Nach offiziellen Angaben sind auf der „Diamond Princess“ zehn Menschen mit dem neuen Erreger infiziert. Betroffen sind drei Passagiere aus Japan, zwei aus Australien, drei aus Hongkong und ein Gast aus den USA sowie ein Besatzungsmitglied von den Philippinen. Die acht deutschen Gäste an Bord können aufatmen, denn sie sind nicht vom Virus befallen.

Wie müssen sich die Passagiere an Bord der „Diamond Princess“ verhalten?

2666 Passagiere und 1054 Crew-Mitglieder müssen für 14 Tage an Bord des Schiffs bleiben. Die Hälfte der Passagiere sind Japaner. Den zweiwöchigen Quarantäne-Zeitraum haben die japanischen Behörden aus Sicherheitsgründen festgelegt. Insgesamt nahmen schon 273 Menschen am Virustest teil. Sie hatten laut Gesundheitsminister Katsunobu Kato engen Kontakt zu dem infizierten Passagier. Weitere Mitreisende sollen ebenfalls auf das neue Coronavirus getestet werden. Die japanischen Gesundheitsbehörden haben die Entscheidungsgewalt über die Situation.

Was passiert mit den Menschen, die das Coronavirus in sich tragen?

Aktuelle Fotos zeigen, wie infizierte Personen in Yokohama unter einem blauen Zelt vom Kreuzfahrtschiff gebracht werden. Die Virus-Träger sollen im Krankenhaus medizinisch versorgt werden.

Was sagt die Reederei Princess Cruises zur aktuellen Situation?

„Die Schiffsbesatzung wird weiterhin alles tun, dass sich die Gäste auch unter diesen Umständen wohlfühlen. Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Passagiere und der Besatzung haben für Princess Cruises absolute Priorität“, erklärt Rolf Nieländer von Princess Cruises gegenüber ntv.de. Den Passagieren stehe an Bord kostenloses Internet und Telefon zur Verfügung, um mit Freunden und Familienangehörigen in Kontakt zu bleiben.

Die Situation an Bord scheint alles andere als einfach zu sein: Ein Passagier berichtet dem „Guardian“, dass die Passagiere ihre Kabine nicht verlassen dürfen. „Wir können noch nicht einmal auf dem Flur herumlaufen“, beschreibt er die Lage auf dem Kreuzfahrtschiff.

Wie funktioniert die Versorgung an Bord?

Das Schiff gehe nun zunächst auf See, um Frischwasser zu produzieren, erklärt die Reederei. Danach kehre es nach Yokohama zurück, wo Lebensmittel und andere Vorräte an Bord gebracht werden, damit die Passagiere in der Quarantäne-Zeit versorgt sind.

Wann können Passagiere und Crew von Bord gehen?

Sie dürfen das Schiff erst wieder verlassen, wenn die japanischen Gesundheitsbehörden ihre Freigabe erteilen. Zunächst ist der Zeitraum auf 14 Tage festgelegt.