Geänderte Reiseroute: Frustrierte Passagiere rebellieren auf Kreuzfahrtschiff

Norwegian Spirit

 
 
 

Zwei Wochen auf See, mit Stopps unter anderem in den Niederlanden und Island: So hatten sich Reisende auf der „Norwegian Spirit“ ihren Urlaub vorgestellt. Doch dann kam alles anders als geplant – und der Frust war groß.

Es ging schon nicht gut los. Das Kreuzfahrtschiff „Norwegian Spirit“ war gerade von Southampton aus zu einer zweiwöchigen Reise in Nordeuropa aufgebrochen, doch bereits der erste geplante Stopp in Amsterdam wurde gestrichen, wie mehrere Medien berichten. Stattdessen sollte in der französischen Normandie angelegt werden – doch die Wetterbedingungen verhinderten auch diesen Halt.

Dann ging es weiter Richtung Norwegen: Dort konnten die Passagiere die Fjordlandschaft offenbar nur aus der Ferne betrachten. Zudem wurde ihnen dann mitgeteilt, dass eine der Hauptattraktionen der Tour – die Stopps in Island – gestrichen wurde. Stattdessen sollten zwei weitere Städte in Norwegen angefahren werden.

Hinzu kamen die Bedingungen an Bord des Kreuzfahrtschiffes, die Gästen zufolge zunehmend schlechter wurden. In Nachrichten bei Facebook und Twitter schrieben Reisende von schlecht schmeckendem Essen sowie von nicht funktionierenden Toiletten. Ein Gast, Cody McNutt, richtete den Twitteraccount „NCLHELL“ ein – Norwegian Cruise Line Hölle – und verglich die Reise mit 14 Tagen in der Hölle.

Als ein weiterer Ausweichhafen wurde dann den Berichten zufolge das schottische Greenock angekündigt. Als die Stadt bereits in Sichtweite war, kam es allerdings zu einem Stopp des Schiffes. Nach etwa einer Stunde Wartezeit erklärte dann der Kapitän: Aufgrund der Wetterbedingungen müsse auch dieser Halt ausfallen.

Das war der Punkt, an dem es zahlreichen Gästen offenbar zu viel wurde. Den Medienberichten zufolge versammelten sie sich im Atrium des Schiffes und verlangten lautstark ihr Geld zurück. Auf Fotos und Videos sind Reisende zu sehen, die mit Postern den Schriftzug „Wir wollen eine Rückerstattung“ bilden.

Der US-Sender CNN sprach mit zwei amerikanischen Reisenden an Bord des Schiffes. Demnach waren die Gäste auch deshalb so wütend, weil mit jedem ausgefallenen Stopp auch bereits gebuchte Touren an Land ausfallen mussten – und die seien teils nicht erstattungsfähig gewesen. Zudem warfen sie dem Personal vor, nicht angemessen auf die Situation reagiert zu haben.

Norwegian Cruise Line entschuldigte sich dafür, dass die Reiseroute aufgrund der Wetterbedingungen geändert werden musste. „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und Enttäuschungen unserer Gäste“, heißt es in der Erklärung, aus der mehrere Medien zitieren. Den Gästen wurde demnach 25 Prozent Rabatt für die nächste Kreuzfahrt angeboten.