Greta Thunberg: Segel-Trip nach Amerika gestartet

Greta Thunberg kurz vorm Start ihrer Atlantiküberquerung

 
 
 

Am Mittwochnachmittag startete Greta Thunberg ihre Reise unter Segeln nach New York. Dabei warten auf die junge Klimaaktivistin anspruchsvolle und unbequeme Bedingungen – vor allem wetterbedingt. „Float“ schaut im Vorfeld auf die Wetterlage während der zweiwöchigen Reise.

Am Mittwochnachmittag ist der Hamburger Skipper Boris Herrmann (38) mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg über den Atlantik nach New York gestartet.

Dort will die 16-jährige ihre vor knapp einem Jahr mit dem ersten Schulstreik am 20. August begonnenen Aktivitäten für den Klimaschutz fortsetzen. Dazu gehört auch die Teilnahme am UN-Klimagipfel. Die schwedische Jugendliche hatte zuvor die Mittelschule mit Bestnoten abgeschlossen – und will per Segelyacht statt Jet über den Atlantik reisen.

Heute startete Greta Thunberg ihre Reise unter Segeln nach New York. Dabei warten auf die junge Klimaaktivistin anspruchsvolle und unbequeme Bedingungen – vor allem wetterbedingt. „Float“ schaut im Vorfeld auf die Wetterlage während der zweiwöchigen Reise.

Heute am Mittwochnachmittag ist der Hamburger Skipper Boris Herrmann (38) mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg über den Atlantik nach New York gestartet.

Dort will die 16-jährige ihre vor knapp einem Jahr mit dem ersten Schulstreik am 20. August begonnenen Aktivitäten für den Klimaschutz fortsetzen. Dazu gehört auch die Teilnahme am UN-Klimagipfel. Die schwedische Jugendliche hatte zuvor die Mittelschule mit Bestnoten abgeschlossen – und will per Segelyacht statt Jet über den Atlantik reisen.
Nach dem Sturmtief geht es los
Greta Thunberg kurz vorm Start ihrer Atlantiküberquerung © Andreas Lindlahr Nach dem Sturmtief geht es los

Probetörn war erfolgreich

Die 18 Meter lange Hochseerennyacht „Malizia“ lag bis dahin in der Mayflower-Marina von Plymouth in Südwestengland zum Ablegen bereit. Zuvor hatte es einen Probetörn gegeben, um die nicht segelerfahrene Jugendliche auf die unbequeme und strapaziöse Reise (mehr dazu: Das erwartet Greta Thunberg auf dem Atlantik) einzustimmen.

Mit an Bord des Rennboots „Malizia“ sind Co-Skipper Pierre Casiraghi, Gretas Vater Svante Thunberg und der Filmemacher Nathan Grossman, der eine Dokumentation über die Reise dreht. Rund zwei Wochen wird das Rennboot voraussichtlich unterwegs sein. Die Bedingungen für die Reise sind anspruchsvoll – vor allem auch, was das Wetter angeht.

Sturmtief droht

Bevor es losgeht, mussten die Crew und ihre drei Gäste erst den Abzug der letzten Schlechtwetterfront abwarten. „Nach dem Durchgang des Tiefs und seiner Front heute kann es am Nachmittag mit gutem Westwind durch die Biskaya gehen“ zeigte sich float-Wetterexperte Sebastian Wache optimistisch für den Start am Mittwochnachmittag.

Die Wetterbedingungen am Anfang der Reise nach New York werden der Crew einiges abverlangen. Doch Skipper Boris Herrmann kennt die zumeist ruppige Biskaya wie seine Westentasche. Der Profisegler war erst letzten November, bei der Einhandregatta Route Du Rhum in die Karibik, hier unterwegs.

Der Diplom-Meteorologe Sebastian Wache ist spezialisiert auf Wetter-Routings für Hochsee-Segelcrews. Er erklärt, weshalb der Zeitpunkt für den Start heute günstig ist: „Dabei bleibt der Wind relativ stabil, da sich dahinter ein Hochdruckkeil aufmacht, in die Biskaya einzudringen. Er hält den Wind am Leben.“

Vorm nächsten Tief Richtung Kanaren

Allerdings dreht der Wind für Greta Thunberg und ihre Männer-Crew schon am Donnerstag auf Südwest und damit langsam gegenan. „Dazu nimmt der Wind auch zum Freitag hin immer mehr zu“, erklärt Sebastian Wache. Denn vom Atlantik her nähert sich ein Sturmtief, das am Samstag seine volle Kraft mit bis zu 40 Knoten Wind entfalten dürfte.

Der Rat des Meteorologen: „Das Boot sollte daher direkt nach der Front heute losfahren und zusehen, dass sie vor dem nächsten Tief die Biskaya durchquert haben und schon auf dem Weg zu den Kanaren sind.“ Das entspricht exakt der aktuellen Planung, wie gestern Nacht von der Crew der „Malizia“ mitgeteilt wurde.

Ist das Rennboot, auf dem am Tag vor der Abfahrt die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, erst einmal nahe der Kanarischen Inseln, geht es langsam mit dem Passat in Richtung Karibik. Und es kann dann weiter Richtung New York gehen.

Weiter im Norden ist die Lage zu gefährlich

Eigentlich verläuft die direkte Route zur Ostküstenmetropole etwas nördlicher. Doch das ist für Skipper Boris Herrmann wohl keine Option. „Viel weiter im Norden oder generell einen Nordkurs würde ich trotz des schnellen Bootes nicht machen.“ schätzt Sebastian Wache von der Wetterwelt die Lage auf dem Ozean ein. „Dafür ist sind die Bedingungen aufgrund des Hochdruckgürtels bei ca. 30°N zu schwach. Und weiter im Norden ist die Lage mit dem Tiefs einfach zu unsicher und zu gefährlich.“

Das gilt gerade, wenn Mitsegler an Bord sind, die keine Erfahrungen mitbringen. Die Passatroute ist da die sicherste. Dennoch: „Hier ziehen aktuell einige Wellenstörungen mit Squalls entlang.“ Mit dieser plötzlichen und schnellen Zunahme der Windgeschwindigkeit steigt auch die Gefahr, dass sich dabei Hurrikane bilden könnten.

„Insgesamt ist die Reise zu dieser Jahreszeit mit einigen Risiken verbunden. Daher ist es extrem wichtig, ein wachsames Auge auf die Wettersituation zu haben“, rät der erfahrene Wetterexperte. „Und frühzeitig Vorkehrungen zu treffen, falls sich da am Horizont etwas Unliebsames zeigt.“ Und dabei verlässt sich Boris Herrmann bei der jetzt anstehenden Reise auch auf Wetterdaten der Kieler Firma Wetterwelt, zu der auch unser float-Wetterexperte Sebastian Wache gehört.

Ein extrem erfahrener Skipper

Dee Caffari, eine der erfolgreichste Langstreckenseglerinnen der Welt, unterstützt Greta Thunberg. Gegenüber float formulierte die sechsfache Weltumseglerin und Umweltschützerin eine persönliche Botschaft für die junge Klima-Aktivistin. Zu den Umständen des Lebens an Bord sagt die Profiseglerin: „Bei Boris Herrmann bist Du in guten Händen, also genieße es. Iss, trink und schlaf genug, damit Du diese Gelegenheit in vollen Zügen genießen kannst.“

Boris Herrmann sieht für die im Segeln gänzlich unerfahrene Schwedin keine Gefahr: „Ich glaube, die größte Herausforderung wird das ungewohnte Bewegungsmuster dieses Bootes sein, und alles andere sind dagegen kleine Unannehmlichkeiten. Es ist eine Art Camping. Und beim Camping kann ja auch mal eine Zeitlang mit Schlafsack, Fleece-Kleidung und Campinggaskocher mit dem Blick zum Horizont leben. Das kann auch einfach mal ganz schön sein.“

Selbst die Boote, die genutzt werden, um im Vorfeld Gäste und die Crew an Bord des auf Reede liegenden Segel-Racers zu bringen, laufen wie das Rennboot im Normalbetrieb emissionsfrei. Die eingesetzten RIBs und Tender-Boote sind mit rein elektrischen Motoren des bayerischen Herstellers Torqeedo ausgestattet.

Dessen Mitgründer Christoph Ballin war kurz vor der Abfahrt auch in Plymouth. Gegenüber float hatte er erst vor wenigen Wochen gesagt: „Die Diskussion, ob es den Klimawandel gibt und ob er menschengemacht ist, ist eigentlich durch. Natürlich gibt es noch ein paar Nachzügler, die das immer noch nicht glauben wollen, weil sie ihr Verhalten nicht ändern wollen.“

Abfahrt am Nachmittag

Vor dem Start des etwa zweiwöchigen Törns, ursprünglich für 16 Uhr deutscher Zeit geplant, gab es im Hafen eine Pressekonferenz mit Greta Thunberg und Boris Herrmann. Eine sehr souverän wirkende Greta Thunberg stellte sich den Fragen von mehr als 100 Medienvertretern. Danach folgte eine letzte Crew-Besprechung. Bald danach legte der Tender ab, um die Crew auf die „Malizia“ zu bringen. Wenige Minuten danach nahm das Boot Kurs auf sein Ziel New York.

Die Position der „Malizia“ auf dem Weg nach New York wird per Tracker auf den Websites borisherrmannracing.com und team-malizia.com jederzeit zu verfolgen sein.