Sehnde: Motor-Boot-Club startet in die Saison


 
 
 

Schiff Ahoi: Der Motor-Boot-Club Sehnde (MBC) ist in die neue Saison gestartet. Der Verein beherbergt im Jahr durchschnittlich 650 Gastlieger. Am 4. Mai ist das offizielle Anbooten auch für Gäste.

Sehnde. Schwebende Boote konnten die Sehnder jetzt am Mittellandkanal bestaunen – wenn auch nur für kurze Zeit. Der Motor-Boot-Club (MBC) Sehnde hatte eine Braunschweiger Firma beauftragt, mit einem Kran seine schweren Boote zu Wasser zu lassen, in der Fachsprache Ankranen genannt. Denn die Kolosse mit einem Gewicht von mehr als 3,5 und oft bis zu 10 Tonnen und mehr können nicht mit einem Trailer auf die Wasserstraße befördert werden. Damit hat nun die Saison begonnen, die nicht nur von den Mitgliedern sehnsüchtig erwartet wurde. Denn der 42 Aktive zählende Verein beherbergt im Jahr durchschnittlich 650 sogenannte Gastlieger, die für eine Nacht oder auch mehrere Tage Station an dem kleinen Hafen an der Gretenberger Straße machen.

Steg für Gastlieger bietet Platz für 20 Meter lange Boote

Aufgrund des Mittellandkanals ist Motorbootfahren in Sehnde begehrt, alle 39 Liegeplätze seien belegt, sagt Pressewart Herbert Petersen. Auf dem Trockengelände dürfen Boote bis acht Meter Länge und einer Wassertiefe von 1,30 Metern auch überwintern. Außerhalb des Hafens, am Gastliegersteg direkt am Mittellandkanal, können sogar Boote mit einer Länge von bis zu 20 Metern festmachen. Dafür zahlen sie pro Meter 1,50 Euro am Tag.

Zu Wasser gelassen werden die Boote über eine Slip-Anlage, eine schräge Abfahrt, auf die der Anhänger geschoben wird und das Wasserfahrzeug dann ins kühle Nass gleitet. 15 Euro kostet die Aktion für Nichtmitglieder, die vom Hafenmeister überwacht wird – dessen Posten derzeit allerdings unbesetzt ist. Das übernehmen zurzeit die Mitglieder wechselweise. „Wer mal einen Tag mit seinem Boot fahren will, ist herzlich willkommen“, sagt Petersen. Auswärtige Kapitäne übernachteten gerne in Sehnde, das zeigt die große Anzahl der Gastlieger. Sie schippern dann am nächsten Tag früh über die oft vom Berufsschiffsverkehr stark frequentierte Anderter Schleuse etwa zur Weser, an die Ostsee, ins Ruhrgebiet oder nach Berlin.

Vor der ersten Fahrt steht das große Saubermachen

Bevor es jetzt aufs Wasser geht, stand aber erst einmal das große Saubermachen an. Die Motoren mussten überprüft und gewartet, die Toiletten wieder funktionstüchtig und kleine Beschädigungen beseitigt werden. „Und im Mittellandkanal gibt es auch Muscheln, die müssen ebenfalls entfernt werden“, verdeutlicht Petersen. Oft komme dabei ein Hochdruckreiniger zum Einsatz – aber aus ökologischen Gründen ohne Spülmittel. Anschließend kommt eine Antifouling-Beschichtung auf den Rumpf, die verhindert, dass sich Meereslebewesen und Pflanzen, aber auch Algen und Schlamm darauf festsetzen.

Auch Gäste dürfen beim Anbooten dabei sein

Außerdem müssen sich die Motorbootfreunde noch um ihre Hafenmeisterhütte kümmern. Bei einem Sturm im Herbst 2017 war ein Baum umgestürzt und hatte es beschädigt. Im vergangenen Jahr sei zum Glück nichts passiert, sagt Petersen. Nach dem Ankranen geht der eine oder andere schon mal auf Schnupperfahrt. Doch ganz offiziell ist das sogenannte Anbooten mit Ausfahrt für Sonnabend, 4. Mai, ab 15 Uhr vom Gelände an der Gretenberger Straße 41 aus vorgesehen. Für 10 Euro können dabei auch Gäste mitfahren.