Angeln auf dem Möhnesee: Der Trend geht zum Elektroboot


 
 
 

Möhnesee – Das Thema Elektro-Mobilität gewinnt zunehmend an Bedeutung, und zwar nicht nur auf der Straße, sondern ebenso auf dem Möhnesee. Hier sind, wie auf vielen Binnengewässern, Boote mit Benzinmotoren nicht erlaubt, Elektro-Boote sind daher eine Alternative und Dank des technischen Fortschritts ist ähnlich wie beim Auto der Trend zum Elektroantrieb klar zu erkennen.

Britta Balt, Pressesprecherin beim Ruhrverband, kann dies mit Zahlen untermauern. Die Zahl der Plaketten für Motorboote ist von 300 im Jahr 2013 auf mehr als 400 im Jahr 2017 gestiegen. Die Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor, da über die Jahre hinweg ein nicht sprunghafter aber stetiger Anstieg zu verzeichnen war, sei vorerst nicht mit rückläufigen Zahlen zu rechnen.

Thorsten Rahmann von der ADAC Yachtschule sieht die Entwicklung ähnlich: Ein Trend sei definitiv erkennbar, so gebe es sehr viele Anfragen nach einem Liegeplatz, die nicht bedient werden können. Aktuell hat die Yachtschule zwölf Liegeplätze für Elektroboote. Für diese Nutzer wurde die Steganlage zudem mit einer Ladesäule ausgestattet.

Unterwegs sind mit den Elektrobooten ganz überwiegend passionierte Angler. Viele nutzen die Möglichkeit, sich bei einschlägigen Bootsverleihern wie Höcker am Südufer oder bei Angelausrüster Uli Beyer ein Boot zu mieten. Bei den Interessenten für einen eigenen Liegeplatz handelt es sich Rahmann zufolge ebenfalls um eingefleischte Angler, die gern bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit dem eigenen Boot zum Angeln rausfahren möchten.

Zunehmend veraltet erscheint gegenüber dem Aufladen der Akkus am Steg die Variante, die schweren Akkus abzuklemmen und an Land zu tragen. Schon für die Saison 2018 hatte zum Beispiel Angelveranstalter Beyer auf seiner Internetseite berichtet, dass er neben den normalen Gelakkus mit Blei die deutlich leichteren und leistungsstarken Lithium-Ionen-Akkus einsetze.

E-Boote gibt es in unterschiedlichsten Preisklassen und Leistungsstärken und mit oder ohne Kajüte. Auf den Talsperren des Ruhrverbandes gilt jedoch eine Höchstgeschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde, zudem dürfen Elektromotoren maximal 1 500 Watt Leistungsaufnahme aufweisen, bei Kajütbooten dürfen es maximal 3 680 Watt sein. Ausnahmen gelten für Segel- und Rudervereine im Rahmen des Jugendtrainings.
Die Freizeitordnung und das Bootfahren auf dem Möhnesee

Die rechtliche Grundlage für die Freizeitnutzung der Ruhrverbandstalsperren bilden die Gemeingebrauchsverordnung der Bezirksregierung Arnsberg und ergänzend die Freizeitordnung des Ruhrverbands.

Ziel der Verordnungen ist eine möglichst umfangreiche gewässerverträgliche Freizeitnutzung mit den übrigen wasserwirtschaftlichen Aufgaben der Talsperren in Einklang zu bringen. Wichtig ist für die Eigner, dass sie eine Motorplakette und ab einer Bootsgröße von sieben Quadratmetern (Länge über alles mal Breite über alles) eine Bootsplakette benötigen.

Mehr zur Freizeitordnung unter www.ruhrverband.de/sport-freizeit/freizeitordnung/