Wie aus alten Yachten hübsche Ferien-Wohnungen am Wasser entstehen


 
 
 

Was passiert mit den alten Kunststoff-Booten? Bis 2023 sollen in Frankreich 25.000 Freizeit-Yachten entsorgt werden. Ein Werftbesitzer hat eine ungewöhnliche Idee.

In Frankreich sind fast eine Million Yachten mit einem Durchschnittsalter von mehr als 35 Jahren registriert. Viele können nicht mehr gebraucht werden. Sie verrotten in den Häfen oder an Land. Seit dem 1. Januar ein Recycling-Prozess im Gange, in den zahlreiche Öko-Organisationen eingebunden sind. Bis 2023 sollen sie sich darum kümmern, dass bis zu 25.000 Freizeitboote entsorgt werden.

Dafür muss ein Eigner zwischen 2.000 und 3.000 Euro zahlen. Deshalb kann eine ungewöhnliche Idee Schule machen, die Didier Toqué mit seinem 2017 gegründeten Unternehmen Bathô umsetzt. Als Alternative zur Zerstörung bietet er Bootsbesitzern die Umwandlung ihrer Schiffe in Ferienwohnungen an Land an.

Eigner, die die Zerstörung ihrer Yacht verhindern und sich die Entsorgung sparen wollen, verkaufen sie für einen symbolischen Euro an Bathô. Sie werden gesäubert, entkernt und am Heck aufgeschnitten, um dort die zukünftige Terrasse mit Zugang anzubringen.

Der Innenraum wird mit Kork isoliert und zu einem gemütlichen Raum umgebaut. Dabei kann der Kunde maßgeschneiderte Lösungen und besonders eine gute Energie-Bilanz erwarten.

Derzeit befinden sich sechs Einheiten bei Bathô im Bau. Bis Ende des Jahres sollen etwa zwanzig die Werfthallen verlassen. Nach etwa 450 Arbeitsstunden werden sie für 15. bis 20.000 Euro verkauft. Bisher finden sich die Abnehmer hauptsächlich in der Tourismus-Branche.