Abby Sunderlands Jacht nach acht Jahren aufgetaucht

Vor acht Jahren wurde Abby Sunderland auf ihrer Weltumsegelung im Indischen Ozean gerettet – die damals 16-Jährige musste ihre Jacht aufgeben. Nun ist sie wieder aufgetaucht.

Abby Sunderland hatte einen großen Traum: 2010 plante sie, mit 16 Jahren als jüngster Mensch alleine um die Welt zu segeln. Doch daraus wurde nichts. Im Indischen Ozean geriet sie mit ihrer Jacht „Wild Eyes“ in einen schweren Sturm, der Mast des Bootes kam von oben, ein französischer Trawler rettete die US-Amerikanerin. Die „Wild Eyes“ musste sie aufgeben.

Mehr als acht Jahre später ist das Boot nun südlich der Känguru-Insel gesichtet worden, teilte die Polizei vom Bundesstaat Südaustralien mit. Die frühere Besitzerin rührte die Nachricht über die Entdeckung ihres alten Bootes: Ihr Herz habe für einen Schlag ausgesetzt, sagte Sunderland, die inzwischen 25 Jahre alt ist.

Es sei „sehr emotional“ für sie, die Bilder der – inzwischen wild mit Muscheln bewachsenen – „Wild Eyes“ zu sehen. „Da kommen Erinnerungen hoch – gute und nicht so gute.“ Die US-Amerikanerin findet jedoch, dass das Boot „ein wenig gruselig“ aussehe, „aber nach dieser langen Zeit war das zu erwarten“.

Sunderland hofft nun, dass die Jacht geborgen wird. Doch auch daraus wird wohl nichts. Ein Polizeisprecher teilte mit, dass die „Wild Eyes“ nach ihrer Sichtung wieder verschwunden sei. Die Behörden gehen davon aus, dass das Segelboot inzwischen gesunken ist.

„Ein wenig gruselig“

Sunderland und ihre Eltern waren nach der geplatzten Weltumseglung und der dramatischen Rettungsaktion von einigen Medien stark kritisiert worden. Die damals 16-Jährige verteidigte 2010 ihre Entscheidung, dass sie während der gefährlichen Winterzeit den Indischen Ozean überqueren wollte.

„Riesenwellen können jederzeit entstehen, an jedem Ort – für Segler jedes Alters.“ Sie sei täglich von Meteorologen unterstützt worden, „die seit 30 Jahren Leute durch diesen Teil des Ozeans führen“. Auch ihre Eltern nahm sie in Schutz. „Sie haben mir geholfen, meinen Traum zu erfüllen.“

Sunderland kommt aus einer segelbegeisterten Familie. Ihr älterer Bruder Zac hielt ebenfalls für wenige Woche den Titel des jüngsten Weltumseglers. Ihr Vater Laurence Sunderland wehrte sich nach ihrer Rettung ebenfalls gegen die Kritik. In jedem Alter könnte ein Segler in Seenot geraten, sagte er im US-Fernsehen. „Machen wir uns doch nichts vor, das Leben ist gefährlich. Wie viele Teenager sterben bei Autounfällen?“

Die Eltern bedankten sich damals auf Sunderlands Webseite für die Hilfe der Retter. „Sie haben sich um unsere Tochter gekümmert, als wäre es ihre eigene“, schrieben sie. „Danke, dass Sie unsere Erwartungen weit übertroffen haben, um für Abbys Sicherheit zu sorgen.“