Blick Richtung Olympia

Sowohl das 470er-Duo Nikolaus Kampelmühler und Thomas Czajka, als auch das 49erFX-Team Angelika Kohlendorfer und Lisa Farthofer visieren Tokio 2020 an.

Am Tag nach der Neueröffnung des Bundesleistungszentrums in Neusiedl am See machte sich das 470er-Team Nikolaus Kampelmühler/Thomas Czajka (beide Burgenländischer Yacht Club) auf den Weg nach Kroatien, wo ein knapp zweiwöchiger Trainingsblock auf dem Programm stand.

„Wir haben alle Bedingungen erlebt, teilweise auch mit hoher Welle. Zu dieser Jahreszeit ist es ein richtiges Abhärtungstraining. Wir waren jeden Tag einige Stunden am Wasser und haben bei Leicht- und Mittelwind einen Schritt nach vorne gemacht. Da fühlen wir uns schon sehr sicher,“ analysiert Thomas Czajka, der wieder in den Österreichischen Heeressportverband aufgenommen wurde und sich nun dank der wertvollen Unterstützung voll auf das Segeln konzentrieren kann.

Steuermann Kampelmühler meisterte in diesem Jahr seine Matura mit Bravour. Er konnte sich dadurch in den letzten Wochen gezielt auf die kommende Saison vorbereiten und sammelte dabei auch neue Erfahrungen. „Ich habe viel im mentalen Bereich gearbeitet und neues Wissen gesammelt. Nun geht es darum, noch mehr rauszuholen, vor allem in Stresssituationen gilt es mehr Ruhe zu bewahren. Prinzipiell profitiere ich aber viel von Tommis Erfahrung, auch abseits vom Wasser,“ erklärt der 20-Jährige.

„Die Spiele 2020 sind das große Ziel“

Das 470er-Duo zeigte 2018 immer wieder mit guten Wettfahrts-Ergebnissen auf, im kommenden Jahr soll nun der nächste Schritt gelingen. Die erste Bewährungsprobe findet traditionell in Nordamerika statt. Nach weiteren Stopps bei der Princess Sofia Trophy vor Palma de Mallorca und dem Weltcup in Genua bildet die 470er-Europameisterschaft im italienischen San Remo (6. bis 14. Mai 2019) den ersten Höhepunkt. Die Weltmeisterschaft findet dann von 2. bis 9. August 2019 in Enoshima statt.

„Wir müssen auf jeden Fall konstantere Leistungen bringen. Von Anfang bis Mitte der Saison sind Top-20-Platzierungen ein realistisches Ziel. Bis zur Weltmeisterschaft gilt es an die Top-Ten heranzukommen und unsere beste Leistung punktgenau abzurufen. Dann sind wir im Kampf um die Olympia-Nationentickets dabei. Die Spiele 2020 sind und bleiben das große Ziel,“ weiß Czajka, der bereits dreimal im Olympia-Revier war. Zunächst geht es für die beiden Segler vom Burgenländischen Yacht Club jedoch wieder an die kroatische Adria-Küste. Das gesamte österreichische 470er-Team hält bis zum 22. Dezember einen zweiten Trainingsblock in Split ab.

Farthofer/Kohlendorfer mit neuem Boot

„Wir haben über den Sommer einen Sprung gemacht und waren bei der Weltmeisterschaft am Punkt bereit, wir haben in dieser Zeit das Beste herausgeholt“, analysierte Lisa Farthofer (Union Yacht Club Attersee) gemeinsam mit Angelika Kohlendorfer (Yacht Club Podersdorf) die WM vor Aarhus, bei der das 49erFX-Duo im August die souveräne Qualifikation für die Goldflotte schaffte und schließlich auf Rang 24 landete.

Gleich im Anschluss folgte ein 16. Platz beim Weltcup-Auftakt im japanischen Enoshima, wo 2020 die olympischen Segeldisziplinen ausgetragen werden. Nachdem die Teamkolleginnen Frank/Abicht bereits im ersten Anlauf das Nationenticket für Österreich lösten, ist der 49erFX-Startplatz für den OeSV bei den Titelkämpfen bereits gesichert. In Neuseeland, wo im Dezember 2019 die 49erFX-Weltmeisterschaft stattfindet, nehmen die beiden auch ihr neues Boot entgegen. „Wir sind über einen Monat vor Ort und können uns voll auf das Training und das Boot konzentrieren. Das wird aufschlussreich.“

Frank/Abicht ziehen eine positive Bilanz

Nach der erfolgreichen Saison, die mit dem Vizeweltmeistertitel gekrönt wurde, steht Tanja Frank und Lorena Abicht ein intensives Jahr bevor. Das 49erFX-Duo beendete gerade ein straffes Vorbereitungsprogramm in Cascais/Portugal, um sich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. „Die vergangene Saison ist mehr als gut verlaufen. Wir haben nicht nur das große Ziel erreicht, das Nationenticket vorzeitig zu lösen, sondern krönten das Jahr auch noch mit der WM-Silbermedaille,“ blickt Steuerfrau Tanja Frank zufrieden zurück. „Unser Ziel für die nächste Saison ist es, uns in der Top-Ten der Welt zu festigen. Wir wollen in Hinblick auf die Olympischen Spiele natürlich so viel wie nur möglich mitnehmen. Die anderthalb Jahre bis Tokio 2020 sind schnell vorüber,“ so Frank. Das Segelgespann vom Union Yacht Club Neusiedlersee startet ebenfalls mit dem Weltcup vor Miami in die Saison.