Baltic 500: Boom der Ein- und Zweihand-Regatten hält unvermindert an

Ein neue Wettfahrt führt Zweier-Crews an Himmelfahrt einmal durch die Ostsee. Mit 470 Seemeilen ist die Baltic 500 das bisher längste Nonstop-Rennen im Revier

Wer gern Langstrecke mit kleiner Crew segelt, dem wird in der Ostsee nicht langweilig. Im Gefolge der Silverrudder Challenge of the Sea entstehen seit drei Jahren immer neue Formate. Zum einen öffnen bereits etablierte Veranstaltungen ihre Meldelisten zunehmend für Soloskipper und/oder Zweihand-Teams. Es entstehen aber auch neue Regatten.

Voriges Jahr fand in Süddänemark erstmals das Vegvisir-Race statt, bei dem in diesem Sommer bereits mehr als 100 Skipper am Start waren. Diesen Sommer debütierte im Westen von Schweden die Midsummer Solo Challenge. An Himmelfahrt 2019 folgt nun die nächste neue Wettfahrt: die Baltic 500, erste Shorthand-Regatta mit Start an der deutschen Ostseeküste.

Sie wird vom Yacht Club Strande veranstaltet und soll am 30. Mai angeschossen werden. Dahinter steht Rasmus Töpsch, selbst aktiver Regattasegler und Vegvisir-Klassensieger 2018, der das Format mit Club-Kamerad Cord Hall ausgetüftelt hat. „Wir wollten eine Alternative zu den bestehenden Wettfahrten schaffen und mit der Baltic 500 eine echte Langstrecke anbieten“, sagt Töpsch.

Jüngst stellten die Initiatoren den Kurs und die Regeln im Rahmen des Shorthanded-Stammtischs in der YACHT-Redaktion vor, einem losen Zusammenschluss Gleichgesinnter, die sich über die gleichnamige Facebook-Gruppe organisieren.

Der Kurs der Baltic 500 führt von Strande durch den Großen Belt nordwärts bis Læsø, dann südostwärts nach Kopenhagen und zurück nach Strande. Abhängig von Windrichtung und -stärke kann das Renen auch gegen den Uhrzeigersinn führen und wenn nötig verkürzt werden.

Teilnahmeberechtigt sind gemäß der Ausschreibug der Baltic 500 folgende Boote:

Yachten mit ORC-Messbrief und GPH von 670 oder kleiner
Yachten mit Yardstick 91 oder kleiner
Yachten der Classe Mini (Serie und Prototypen).

Wegen der langen Hochsee-Etappen gelten im Vergleich zu anderen Shorthand-Wettfahrten deutlich strengere Sicherheitsvorschriften. Die Boote müssen die Offshore Special Regulations von World Sailing nach Kategorie 3 erfüllen (Ausnahme: kein fest installierter Kocher). Pflicht ist u. a. ein DSC-fähiges Funkgerät. Während der gesamten Renndistanz gilt Rettungswestenpflicht, wobei beide Co-Skipper zusätzlich mit einer Personal Locater Beacon ausgestattet sein müssen (AIS oder Sart).