Der Tourismuskonzern Tui möchte sein Kreuzfahrtgeschäft in Europa ausbauen und sieht hier noch Nachholbedarf. Tui bietet neue Angebote an.
Der weltgrößte Tourismuskonzern Tui sieht beim Kreuzfahrtgeschäft noch Nachholbedarf in Europa. Kreuzfahrten seien das am stärksten wachsende Segment, sagte Vorstandschef Fritz Joussen am Mittwoch in Hannover. Gleichzeitig bleibe in Europa der Anteil der Menschen, die eine Kreuzfahrt gemacht hätten, mit 3 Prozent bisher hinter dem entsprechenden Wert von 3,5 Prozent in den USA zurück. Aber der Anteil steige. Im Luxussegment seien für Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten zwei Expeditionsschiffe geordert.
Deren Marktpotenzial sei „bemerkenswert“, sagte der Chef der Kreuzfahrt-Tochter, Karl Pojer. Bereits jetzt hätten sich 7109 Interessenten für die Jungfernfahrt des ersten Expeditionsschiffs im April 2019 vormerken lassen. Das Potenzial in dem Segment sei mehr als dreimal so hoch wie das Angebot, sagte Pojer. Joussen ergänzte, es gebe zu wenig Werften, daher bleibe das Angebot knapp. Jedoch: „Bei Luxus-Kreuzfahrten ist das Thema Knappheit wichtig.“
Tui steigerte Umsatz um 26,6 Prozent
Zum Start ins Geschäftsjahr 2017/2018 steigerte die Kreuzfahrtsparte der Tui ihren Umsatz um 26,6 Prozent auf 192,3 Millionen Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn kletterte im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember 2017 um 33,5 Prozent auf 37,5 Millionen Euro.
Zwei Millionen Touristen aus Deutschland buchten im vergangenen Jahr eine Kreuzfahrt, 2020 sollen es früheren Angaben zufolge drei Millionen sein. Weltweit werden 2022 rund 30 Millionen Passagiere auf Kreuzfahrt gehen, 2026 schon 35 Millionen. Laut Joussen werden auch jüngere Kundengruppen erschlossen.